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Audiovisuelle Methode

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Bakhareva E.,
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universit?t
Bonn, Fakult?t: Kommunikationswissenschaft
Deuschland

In den 50er und 60er Jahren f?hrten Wirtschaftswachstum, Weltmobilit?t und Demokratisierungsbestrebungen in der Gesellschaft zu einer Expansion im Bildungssektor und damit auch zu einer Ausweitung des Fremdsprachenunterrichts. In dieser Zeit wirkten der Behaviorismus und der klassische Strukturalismus mit den aus diesen linguistischen Theorien entwickelten unterrichtsmethodischen Konzeptionen auf den Fremdsprachenunterricht ein. Sie propagierten den Fremdsprachenerwerb als "learning by doing" (im Gegensatz zum "learning by thinking"), betrachteten den Fremdsprachenerwerb als eine Art Gewohnheitsbildung durch Konditionierung. Regelwissen, Einsicht in den Bau der Sprache wurden als st?rend bei der Gewohnheitsbildung abgelehnt.
Aus einer Verbindung von behavioristischer Lerntheori und linguistischem Strukturalismus erwuchs in den USA die audiolinguale Methode. Sie griff auf praktische Erfahrungen der amerikanischen Armee w?hrend des Zweiten Weltkrieges zur?ck, die in kurzer Zeit Soldaten zu Dolmetschern ausbilden musste. Das Verfahren wurde in den USA als die Army Method bekannt. Ihre Kennzeichen waren die Einsprachigkeit des Unterrichts, die Ausrichtung an vorhersehbaren allt?glichen Verwendungssituationen und den darin vorkommenden Sprachmitteln sowie der Verzicht auf abstrakte grammatische Regelerkl?rungen.
Was die Inhaltsauswahl betrifft, so griff die audiolinguale Methode die bereits von den Reformern erhobene Forderung nach einer rigorosen Beschr?nkung der Menge der zu lernenden Vokabeln und grammatischen Strukturen auf. Erg?nzend dazu griff sie die These der Behavioristen auf, dass das menschliche Lernen genau wie die Dressur von Tieren nach dem Prinzip einer Reiz-Reaktionskette verlaufe, in der nur die Belohnung einer richtigen Reaktion zum Lernen f?hre. Sie versuchte demgem?? die Lernenden durch die Form des pattern drill mit einer begrenzten Zahl der am h?ufigsten vorkommenden Phrasen/Strukturen bekannt zu machen und diese durch ein massiertes ?ben zu einem quasi gedankenlos verf?gbaren Reaktionspotential werden zu lassen.
Zeitlich parallel zur Entwicklung der audiolingualen Methode in den USA entstand in Frankreich die audiovisuelle Methode.
Die audiovisuelle Methode, die im Rahmen einer franz?sischen Kooperation im CREDIF(Centre de Recherches et d'Etudes pour la Diffusion du Francais) unter der Leitung von Guberina und Rivenc entwickelt worden ist und von ihnen selbst als "global- strukturale" Methode bezeichnet worden ist, beruht auf ?hnlichen Prinzipien wie die audiolinguale Methode.
Wie der Name der Methode ausdr?ckt, wird die audiolinguale Komponente durch visuelle Elemente besonders in der Anfangsphase beim elementaren Bedeutungs-und Strukturenerwerb erg?nzt.
Das Unterrichtsprinzip der audiovisuellen Methode besteht darin, die Sprache, wo immer m?glich, mit optischem Anschauungsmaterial zu verbinden. Das hei?t, in einer Dialogsituation wird dem Sch?ler zuerst der Inhalt der Situation durch visuelle Mittel verdeutlicht, dann erst folgt die entsprechende sprachliche Ausdrucksform. Die Reihenfolge verl?uft also anders als in der audiolingualen Methode. Dort wird zuerst die sprachliche Form vorgegeben (H?ren ?Nachsprechen) und dann erst in ihrer Bedeutung erkl?rt.
Bilder und Bilderfolgen werden nicht nur zur Bedeutungsvermittlung bei der Sprachaufnahme (Einf?hrung) eingesetzt, sondern ebenfalls bei der Sprachverarbeitung (?bung) und der Sprachanwendung (Transfer).
Ein Vergleich von audiolingualer und audiovisueller Methode bez?glich ihrer methodischen Verfahrensweisen l?sst deutliche Parallelen erkennen. Ebenso wie die ALM legt die AVM vorrangig Wert auf die gesprochene Sprache, sie verwendet einfache Modells?tze zum ?ben einzelner Satzstrukturen(pattern drills) und l?sst verschiedene "patterns" auswendig lernen.
Der Hauptunterschied zur ALM liegt im gleichzeitigen Einsatz von akustischem und visuellem Material. Damit wird auch der zentralen Forderung nach einem sinnvollen Bezugsrahmen f?r die zu behandelnden Dialoge Gen?ge geleistet.
Die audiovisuelle Methode stellt eine Weiterentwicklung der audiolingualen Methode dar. Der Ausdruck "audio-visuell" ist aus zwei W?rtern lateinischen Ursprungs zusammengef?gt: lat. "audiere"=h?ren, lat. "videre"=sehen. Ins Deutsche ?bersetzt, bedeutet dies: "H?r-Seh-Methode". Die audiovisuelle Methode wird durch eine Reihe von Unterrichtsprinzipien gekennzeichnet. Zu den wichtigsten Prinzipien geh?ren:
1 Jede phonetische Einheit und jede Sinngruppe wird durch ein entsprechendes Bild dargestellt, dessen Text durch Tonband oder Schallplatte geboten wird. Das Bild hat die Aufgabe, den Sinn der dazugeh?rigen sprachlichen ?u?erung zu erhellen. Bilder k?nnen nicht nur Gegenst?nde, Menschen und Naturgegebenheiten darstellen, sondern auch die elementaren Situationen des t?glichen Lebens.
2 Die Aussprache ist das wesentliche Element. Nur mit korrekter Aussprache wird man verstanden und kann selbst verstehen. Vom strukturellen Standpunkt aus bedeutet korrekte Aussprache nicht die korrekte Wiedergabe einzelner Laute, sondern die Beherrschung der gesamten akustischen Struktur einer Sprache, d.h. der Intonation, des Rhythmus und des ganzen phonologischen Systems. Aussprache wird nicht durch phonetische Transkription oder durch die Imitation isolierter Laute geschult, sondern durch die ?bung mit Satzeinheiten.
3 Die Grammatik wird durch strukturell relevante S?tze, Intonation und Bedeutung im Zusammenhang gelernt. Jede Lektion des audiovisuellen Kurses hat einen gesonderten Teil Grammatik in Bildern, in dem grammatische Formen in kurzen Situationen dargestellt werden, die leicht durch andere zu ersetzen sind. Bei der Erarbeitung neuer Lektion kann der Lehrer Bilder anderer Lektionen benutzen, in denen dieselbe grammatische Struktur vorkommt. Schlie?lich folgen dann ?bungen ohne Bilder, aber in sinnvollen Einheiten.
4 Wenn der Sch?ler das phonetische System der Fremdsprache beherrscht und ?ber ein hinreichendes sprachliches und grammatisches Wissen verf?gt, sollte das Sprachlabor herangezogen werden. F?r die Arbeit im Sprachlabor m?ssen v?llig neue Situationen in erz?hlender oder in Dialog-Form geschaffen werden, die mit bereits bekanntem Vokabular und mit bekannten grammatischen Konstruktionen arbeiten.
5 Ein wichtiger Faktor ist nat?rlich Lehrer selbst. Er muss beurteilen, ob die Klasse die Lektion vollst?ndig beherrscht. Es liegt in seinem Ermessen, die Ausdehnung und die Art der Wiederholung, die Variation des Stoffes und das System der Korrektur festzulegen (nach Petar Guberina, Moderne Sprachlehrmethoden, S.183).
Die Arbeit an und mit audiovisueller Methode hat der Diskussion ?ber den Verlauf des Spracherlernungsprozesses und seine Phasen neue und nachhaltige Impulse gegeben.
Durch die audiovisuelle Technik hat sich folgende Phasierung entwickelt:
1. presentation
2. explikation
3. repetition
4. exploitation
5. transposition
Der Unterricht beginnt mit der Pr?sentation eines Bildes oder einer Bilderfolge( film strip) und eines auf Tonband aufgenommenen Dialogs. Ein visueller Reiz wird mit einem akustischen Reiz verbunden, so dass beide eine Bedeutungseinheit bilden. "Das Bild ist der einfachste Weg, das akustische Signal mit der Bedeutung zu assoziieren. Wie im wirklichen Leben wird die Realit?t durch den sprachlichen Ausdruck, den Dialog, dargestellt. Bilder k?nnen nicht nur Gegenst?nde, Menschen und Naturgegebenheiten darstellen, sondern auch die elementaren Situationen des t?glichen Lebens"(P. Guberina, Moderne Sprachlehrmethoden, S.186)
Das Bild hat demnach den dreifachen Wert:
1. Es erm?glicht das Verst?ndnis eines konventionellen Sprachsymbols
2. Es verbindet den sprachlichen Ausdruck mit der Realit?t
3. Es unterst?tzt das akustische Ged?chtnis
In der zweiten Unterrichtsphase werden die Bedeutungen einzelner Gespr?chseinheiten erkl?rt (durch Deuten, wiederholtes Anh?ren einzelner Passagen, Fragen und Antworten). Die Sch?ler sehen Bild f?r Bild noch einmal und h?ren die zugeh?rige Replik. Nach jeder Erkl?rung oder Verst?ndnis?berpr?fung wird der sprachliche Teil vom Tonband wiederholt.
In der dritten Phase m?ssen die Sch?ler durch mehrfaches Wiederholen von Bild und Text den neuen Dialog bereits weitgehend auswendig beherrschen. "Die h?ufigen Wiederholungen bewirken das Memorisieren sozusagen als Nebenprodukt"(W. Strack, Fremdsprachen-audio-visuell, S.68).
Als n?chster Lernschritt ist die Einf?hrung der Satzmuster?bungen (pattern drills) zu den entsprechenden Grammatikstrukturen. Bei den meisten audiovisuellen Kursen braucht der Lehrer das f?r die grammatische ?bungsphase erforderliche Material nicht selbst zu erstellen: es wird ihm in Form von Tonband?bungen zur Verf?gung gestellt. Strukturmuster?bungen sind nur dann wirksam, wenn sie sich organisch aus der jeweiligen Unterrichtssituation ergeben, wenn ihr Inhalt als Variation des vorher anschaulich Ge?bten empfunden wird.
In der f?nften Phase sollen sich die Sch?ler allm?hlich von der visuell-akustischen Vorgabe l?sen. Sie werden aufgefordert, eigene Dialoge zu den Bildern zu machen oder die Szene im Rollenspiel nachzuahmen. "Hier muss es sich zeigen, inwieweit die Sch?ler die erlernten sprachlichen Ausdrucksformen  spontan zu verwenden gelernt haben und bis zu welchem Grade sie sich auf den Gegenstand des Gespr?chs konzentrieren und gleichzeitig korrekte Aussagen formulieren k?nnen" (W. Strack, Fremdsprachen-audio-visuell, S.94). Ein ?beraus wichtiger Faktor ist der Lehrer selbst. Er ist es, der die Systematik der gebundenen ?bungen durchbricht und Situationen erstellt, in denen er selbst zun?chst die tragende Rolle ?bernimmt, die Sch?ler ins Gespr?ch zieht und ihnen, falls das Spiel ins Stocken ger?t, das fehlende Sprachmaterial oder die fehlenden Ideen unauff?llig "zuspielt".
Der Aufbau einer solchen Unterrichtseinheit orientiert sich deutlich an den behavioristischen Lerngesetzen. Der Lernvorgang wird als Verbindung von Reiz (Bild) und Reaktion( sprachliche ?u?erung) gesehen.
Unter audiovisueller Methode versteht man jenes Verfahren des Fremdsprachen-Anfangsunterrichts, das von P. Guberina konzipiert und 1954-56 vom C.R.E.D.I.F. erstmalig in Form des Franz?sisch-Kurses Voix et Images de France (VIF) verwirklicht wurde.
Die audiovisuelle Methode ist ein ganzheitliches, strukturelles Lehrverfahren, das sich f?r die visuelle und akustische Perzeption und f?r die sprachliche Reproduktion auf audio-visuelle Hilfsmittel st?tzt.
Diese Methode l?sst sich folgenderma?en zusammenfassen:
1. Die Sprache wird anhand von Texten gelernt, die realistische Situationen beschreiben (Reise, Wohnung, allt?gliche Gegebenheiten).
2.  Die Beschreibung der Situationen sollte sich, wie im wirklichen Leben, logisch entwickeln. Dadurch werden die Assimilation und das Behalten des sprachlichen Signals gef?rdert.
3. Das Bild als Darstellung des Ausdrucks ist eine permanente Verbindung zwischen Sprache und Realit?t.
4. . Durch das Bild wird der Ausdruck zum Symbol der Wirklichkeit. Gestik und Intonation erhalten ihren nat?rlichen Platz, wie in der gesprochenen Sprache, und beide so wichtigen Elemente des sprachlichen Ausdrucks werden schnell assimiliert. Der Sch?ler wird, wie im realen Leben, in eine nat?rliche Situation versetzt, in eine Lage also, die der spontanen Erlernung der Sprache f?rderlich ist. Das bildlich gezeigte Objekt steht in enger Verbindung mit der sprachlichen Interpretation durch das Tonbandger?t. Der sprachliche Ausdruck wird seinerseits durch das Bild erkl?rt und so mit der Wirklichkeit verbunden.
5.  Die Dialogform ist aus diesem Grunde unerl?sslich.
6.  Nur wenn Auge und Ohr strukturell funktionieren, kann man ein akustisches Signal schnell und unmissverst?ndlich aufnehmen. Deshalb ist die korrekte Aussprache n?tig, wozu wiederum das Tonbandger?t unerl?sslich ist.
7. Das Tonbandger?t erf?llt zwei Aufgaben: a)es produziert das zum Bild geh?rige akustische Signal; b)es registriert die Wiedergabe dieses Signals.
8. Tonbandger?t und Bild erm?glichen die ?bertragung der Situation in einen Dialog, so dass sich der Lernende selbst in dieser Situation und ihrem sprachlichen Ausdruck bewegt.
9. Das strukturelle Bild der Wirklichkeit und das strukturelle Bild einer Sprache werden in eine neue sprachliche Umgebung ?berf?hrt, die gleichzeitig durch Auge und Ohr wahrgenommen wird. Die dargestellten Wirklichkeiten machen sich die akustische und die visuelle Apperzeption zunutze, und diese Kombination beg?nstigt das Behalten des sprachlichen Signals.
Viele der Prinzipien, die im Rahmen der audiovisuellen Methode formuliert wurden, haben den Fremdsprachenunterricht ver?ndert. In ihrer "Reinkultur" wurde sie aber- au?er in der audiovisuellen, global-strukturellen Methode in Frankreich- fast nirgendwo praktiziert.
Literaturverzeichnis
1. Henric, Gert Studienbuch: Grundlagen f?r den Unterricht im Fach Deutsch als Fremd-und Zweitsprache (und anderer Fremdsprachen). - Paderborn: Sch?ning, 1986.
2. Heyd, Gertraude Deutsch lehren. Grundwissen f?r den Unterricht in Deutsch als Fremdsprache.  Frankfurt am Mein: Diesterweg, 1990.
3. H?llen, Werner Kleine Geschichte des Fremdsprachenlernens.  Berlin, 2005.
4. Lado, Robert Moderner Fremdsprachenunterricht. - M?nchen: Hueber, 1967.
5. Moderne Sprachlehrmethoden: Theorie und Praxis /hrsg. von Richard Batz und Waltraud Bufe.- Darmstadt: Wiss. Buchges, 1991. (Wege der Forschung; Bd.623).
6. Multhaup, Uwe Psycholinguistik und fremdsprachliches Lernen: Von Lehrpl?nen zu Lernprozessen /Uwe Multhaup.-1. Aufl.-Ismaning: Hueber, 1995.
7. Neuner, Gerhard und Hunfeld, Hans Methoden des fremdsprachlichen Deutschunterrichts. - Berlin: Langenscheidt, 1993.
8. R?sler, Dietmar Deutsch als Fremdsprache, Stuttgart; Weimar; Metzler, 1994 (Sammlung Metzler; Bd. 280).
9. Strack, Wolfgang Fremdsprachen -audio-visuell. - Bochum: Kamp, 1997.
10. Terhart, Ewald Lehr-Lern-Methoden: eine Einf?hrung in Probleme der methodischen Organisation von Lehren und Lernen /Ewald Terhart.-Weinheim; M?nchen: Juventa Verlag, 1989 (Grundlagentexte P?dagogik).
 
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Научно-педагогический центр "Непрерывное педагогическое образование" создан в 1996 г. при кафедре профессионального педагогического образования ШГПИ по инициативе доктора педагогических наук, профессора Ипполитовой Н.В.



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